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Donnerstag: Als DJ an der Piste

17. Februar 2011

Zuschauer am Horn. Quelle: Pistenblogger

So eine kleine Bergtour am frühen Morgen ist schon was ganz was feines. Kaum im Pressezentrum angekommen, wird man losgeschickt: Qualifikation für den Riesenslalom der Herren! Ja gut, ein paar Exoten dabei zuschauen, wie sie sich die Piste runterquälen – könnte ja ganz witzig werden. Also mache ich mich zu Fuß auf den Weg und begleite Stefan Kitzmüller, der kurzfristig als Kommentator einspringen musste, zur Horn-Abfahrt. Dort findet die Qualifikation für den morgigen Riesenslalom der Herren statt. Die erste Hiobsbotschaft bekommen wir praktisch schon mit unserer Ankunft: Der Nebel hängt tief im Hang. Start wird wahrscheinlich verschoben. Tatsächlich wird er sogar mehrmals verschoben – bis 11:45 Uhr. Zwei Stunden Warten kosten die Veranstalter nicht nur Nerven, sondern auch die fünf einzigen Zuschauer, die zur Qualifaktion gekommen waren.

In den zwei Stunden quatsche ich ein wenig mit dem irischen Trainer, der mich mit dem kurzen, aber mich anscheinend beeindruckenden Wörtchen „langweilig“ anspricht. „Ja“, sage ich. Ein wahres Männergespräch. Er ist übrigens der Einzige, der sich das ganze Rennen über ernsthaft Notizen macht und akribisch zu arbeiten scheint. Achja, das Rennen. Nachdem wir lange auf den Start warten mussten und es endlich soweit war, stieg die Anspannung an der Piste merklich, ein Raunen ging durch die Zuschauermenge (Matze und der Zaun) und es wurde wie erwartet: saulangweilig. Aber zurück zum irischen Trainer. Er wirkte schon die ganze Zeit über ein bisschen traurig, nach dem ersten Durchgang wusste ich warum: Ire Eins unter den letzten 15, Ire Zwei unter den letzten 10, Ire Drei scheidet aus und Ire Vier schafft es immerhin wieder unter die letzten 10.

Ein Ire und zwei müde Chinesen. Quelle: pb

Plötzlich aber bekomme ich etwas zu tun: Ich bin der neue Pisten-DJ. Yeah! Eigentlich soll ich nur die FIS-Hymne zur Siegerehrung einspielen. Das ist mir selbstverständlich nicht genug. Ich durchforste den iPod (ja, die Piste wird mit einem iPod beschallt) nach geeigneten Liedern und entscheide mich als erstes für „Du hast den schönsten A… der Welt“, hört ja eh keiner. Danach setze ich noch einen drauf: Venga Boys! Ernsthaft! VENGA BOYS!!! Mit ihrem Knaller „My uncle John from Jamaica„. Dieser Song packt mich derart, dass ich ihn gleich mehrmals laufen lasse. Zudem versetze ich mich damit in wahrhaftige „Cool Runnings„-Stimmung – passend zu den Startern aus Ghana, Haiti und Indien. Und genau dann passiert es: Es kommen tatsächlich noch Fans – aus Haiti (!), die ihrem Fahrer Jean-Pierre Roy an der Horn-Abfahrt nochmal richtig einheizen:

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